Kann Stress körperliche Symptome verursachen? Wenn die Psyche auf Magen, Haut und Körper schlägt

Vielleicht kennst du das:

Der Magen macht ständig Probleme.

Der Nacken ist verspannt.

Du schläfst schlecht.

Deine Haut spielt plötzlich verrückt.

Du hast Kopfschmerzen, Herzklopfen oder fühlst dich ständig erschöpft.

Und irgendwann fällt dieser Satz:

„Das könnte Stress sein.“

Nur was sollst du mit dieser Information anfangen?

Denn vielleicht denkst du sogar:

„So gestresst bin ich doch gar nicht.“

Und genau hier wird es interessant.

Stress muss sich nicht immer so anfühlen, als würdest du völlig überfordert mit 37 offenen Aufgaben am Schreibtisch sitzen.

Manchmal läuft die Stressreaktion längst im Hintergrund.

Und dein Körper zeigt dir möglicherweise etwas, das du bewusst noch gar nicht so deutlich wahrnimmst.

Was passiert bei Stress eigentlich im Körper?

Stress ist zunächst nichts Schlechtes.

Im Gegenteil. Die Stressreaktion ist ein ziemlich geniales Überlebensprogramm.

Wenn dein Gehirn eine Situation als Gefahr einstuft, muss es nicht erst lange überlegen.

Dein Körper stellt innerhalb kürzester Zeit Energie bereit. Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Herzschlag und Atmung verändern sich, die Aufmerksamkeit steigt, die Muskeln werden auf Aktivität vorbereitet und andere Prozesse, beispielsweise die Verdauung, können vorübergehend in den Hintergrund treten.

Für eine echte Gefahr ist das perfekt.

Stell dir vor, du gehst über die Straße und plötzlich kommt ein Auto auf dich zu.

Du möchtest in diesem Moment keine ausführliche Risikoanalyse erstellen.

Du möchtest springen.

Das Problem beginnt, wenn dieses Alarmsystem immer wieder anspringt oder nicht mehr richtig herunterfährt.

Dann kann aus einer sinnvollen kurzfristigen Stressreaktion chronischer Stress werden.

Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit von Yaribeygi und Kollegen beschreibt, dass chronischer Stress zahlreiche körperliche Prozesse beeinflussen kann, unter anderem das Nervensystem, das Herz Kreislauf System, das Immunsystem und den Magen Darm Trakt.

Studie:
Yaribeygi H, Panahi Y, Sahraei H, Johnston TP, Sahebkar A. The impact of stress on body function: A review. EXCLI Journal. 2017;16:1057–1072.
DOI: 10.17179/excli2017-480

Dein Körper reagiert nicht nur auf körperliche Gefahren

Das finde ich psychologisch besonders spannend.

Eine Bedrohung muss nicht bedeuten, dass gerade ein Säbelzahntiger vor dir steht.

Auch Konflikte, Leistungsdruck, finanzielle Sorgen, Beziehungsthemen, Überforderung oder die Angst vor Ablehnung können Stressreaktionen auslösen.

Und jetzt kommt aus meiner Sicht ein entscheidender Punkt:

Nicht jede Bewertung einer Situation läuft bewusst ab.

Du kannst mit deinem Verstand wissen:

„Eigentlich ist alles okay.“

Und trotzdem reagiert dein Körper.

Das sieht man beispielsweise bei Ängsten sehr schön.

Jemand mit Flugangst weiß normalerweise, dass nicht jedes Flugzeug abstürzt.

Jemand mit Angst vor dem Autofahren weiß, dass eine Autobahn nicht automatisch gefährlich ist.

Und jemand, der bei jeder Auseinandersetzung sofort Herzklopfen bekommt, weiß möglicherweise sogar, dass der Mensch vor ihm ihm nichts tun wird.

Der Verstand weiß es. Der Körper reagiert trotzdem.

Genau deshalb hilft der gut gemeinte Satz „Du musst dich doch nicht stressen“ meistens erstaunlich wenig.

Welche körperlichen Symptome können durch Stress entstehen oder verstärkt werden?

Chronischer Stress wird mit ganz unterschiedlichen körperlichen Beschwerden in Verbindung gebracht.

Dazu können beispielsweise gehören:

• Magen und Darmbeschwerden
• Durchfall oder Verstopfung
• Kopfschmerzen
• Verspannungen und andere Schmerzen
• Herzrasen und Schwindel
• Schlafprobleme
• Müdigkeit und Erschöpfung
• Hautprobleme

Wichtig ist mir dabei etwas:

Das bedeutet nicht, dass solche Beschwerden automatisch psychisch verursacht sind.

Körperliche Symptome sollten medizinisch abgeklärt werden. Das gilt insbesondere dann, wenn sie neu auftreten, stark sind oder länger bestehen.

Aber wenn medizinisch keine ausreichende körperliche Erklärung gefunden wird oder Beschwerden besonders in belastenden Situationen und Lebensphasen auftreten, kann es sinnvoll sein, auch die psychische Komponente anzuschauen.

Warum schlägt Stress so häufig auf den Magen?

„Das schlägt mir auf den Magen.“

Diese Redewendung kommt nicht von ungefähr.

Gehirn und Verdauungssystem stehen in ständigem Austausch.

Dabei spielen unter anderem das Nervensystem, Hormone, Immunprozesse, die Darmflora und der Vagusnerv eine Rolle.

Die Forschung spricht deshalb häufig von der sogenannten Darm Hirn Achse.

Eine große wissenschaftliche Übersichtsarbeit von Cryan und Kollegen beschreibt die vielfältigen Kommunikationswege zwischen Darm, Darmmikrobiom und Gehirn.

Studie:
Cryan JF et al. The Microbiota Gut Brain Axis. Physiological Reviews. 2019;99(4):1877–2013.
DOI: 10.1152/physrev.00018.2018

Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder nervöse Magen ausschließlich durch die Psyche verursacht wird.

Aber vermutlich hast du selbst schon erlebt, wie eng beides miteinander verbunden sein kann.

Vor einer Prüfung bekommst du plötzlich Durchfall.

Vor einem unangenehmen Gespräch hast du keinen Appetit.

Bei Nervosität zieht sich der Magen zusammen.

Oder bestehende Magen Darm Beschwerden werden in besonders belastenden Lebensphasen stärker.

Die Psyche sitzt eben nicht nur im Kopf.

Kann Stress Kopfschmerzen verstärken?

Auch dazu gibt es interessante Forschung.

In einer großen deutschen Langzeitstudie wurden mehr als 5.000 Menschen regelmäßig zu ihrem Stresslevel und ihren Kopfschmerzen befragt.

Das Ergebnis:

Je stärker die Teilnehmer ihren Stress wahrnahmen, desto häufiger traten auch Kopfschmerzen auf. Der Zusammenhang zeigte sich sowohl bei Spannungskopfschmerzen als auch bei Migräne.

Das beweist nicht, dass Stress jeden Kopfschmerz verursacht.

Es zeigt aber, dass Stress ein relevanter Faktor sein kann.

Studie:
Schramm SH et al. The association between stress and headache: A longitudinal population based study. Cephalalgia. 2015;35(10):853–863.
DOI: 10.1177/0333102414563087

Kann Stress auch die Haut beeinflussen?

Auch unsere Haut kann auf psychische Belastung reagieren.

Ein interessantes Beispiel dafür liefert eine Untersuchung mit Studierenden.

Die Forscher verglichen die Belastung während Prüfungsphasen und stellten einen Zusammenhang zwischen stärker wahrgenommenem Stress und einer stärkeren Ausprägung von Akne fest.

Studie:
Chiu A, Chon SY, Kimball AB. The response of skin disease to stress: Changes in the severity of acne vulgaris as affected by examination stress. Archives of Dermatology. 2003;139(7):897–900.
DOI: 10.1001/archderm.139.7.897

Eine weitere Untersuchung mit Jugendlichen fand ebenfalls einen statistischen Zusammenhang zwischen Stress und der Schwere von Akne.

Studie:
Yosipovitch G et al. Study of psychological stress, sebum production and acne vulgaris in adolescents. Acta Dermato Venereologica. 2007;87(2):135–139.
DOI: 10.2340/00015555-0231

Auch hier wäre es natürlich viel zu einfach zu sagen:

„Du hast Hautprobleme, also bist du gestresst.“

So funktioniert der menschliche Körper nicht.

Aber die Beispiele zeigen sehr schön:

Körper und Psyche sind keine zwei voneinander getrennten Systeme.

Sie beeinflussen sich gegenseitig.

Entspannung ist gut. Aber manchmal reicht Entspannung nicht.

Wenn Stress ein Problem ist, klingt die Lösung zunächst logisch:

Mehr entspannen.

Spazieren gehen.

Sport machen.

Meditieren.

Progressive Muskelentspannung.

Yoga.

Pausen machen.

Weniger arbeiten.

Und all das kann absolut sinnvoll sein.

Regelmäßige Bewegung, Entspannungsverfahren und soziale Unterstützung können bei der Stressbewältigung eine wichtige Rolle spielen.

Aber in meiner Arbeit interessiert mich häufig noch eine andere Frage:

Warum gerät dein System überhaupt immer wieder in Alarm?

Denn manchmal liegt das Problem nicht darin, dass jemand nicht weiß, wie Entspannung funktioniert.

Vielleicht hast du sogar schon zehn Entspannungsübungen ausprobiert.

Und trotzdem gibt es bestimmte Situationen, Menschen, Gedanken oder Gefühle, bei denen dein inneres Stressprogramm automatisch startet.

Dann finde ich es spannend, nicht nur danach zu fragen:

„Wie kann ich mich besser entspannen?“

Sondern:

„Warum reagiert mein System überhaupt so?“

Wenn die Ursache älter ist als der heutige Stress

In meiner Praxis erlebe ich immer wieder Menschen, die sehr genau wissen, was sie eigentlich tun müssten.

Sie wissen, dass sie Grenzen setzen sollten.

Sie wissen, dass sie sich nicht ständig Gedanken machen müssten.

Sie wissen, dass eine bestimmte Situation objektiv ungefährlich ist.

Sie wissen, dass sie nicht jedem gefallen müssen.

Und trotzdem reagiert etwas in ihnen anders.

Genau an diesem Punkt kann analytische Hypnose interessant werden.

Dabei geht es für mich nicht darum, einem Menschen einfach einzureden:

„Du bist jetzt entspannt.“

Mich interessiert vielmehr:

Was löst diese Reaktion eigentlich aus?

Welches Gefühl entsteht dabei?

Wann kennt das Unterbewusstsein dieses Gefühl möglicherweise schon von früher?

Und gibt es Erfahrungen oder erlernte emotionale Muster, durch die das eigene System heute in bestimmten Situationen immer wieder Alarm schlägt?

Warum ich mit analytischer Hypnose arbeite

Stell dir vor, dein Körper reagiert heute in einer bestimmten Situation mit Angst oder Stress.

Bewusst weißt du vielleicht längst:

„Eigentlich gibt es keinen Grund dafür.“

Wenn dein Unterbewusstsein diese Situation aber mit einem früher erlernten Gefühl von Gefahr, Hilflosigkeit, Ablehnung oder Kontrollverlust verbindet, kann die körperliche Reaktion trotzdem entstehen.

Genau hier setzt meine Arbeit mit analytischer Hypnose an.

Wir schauen nicht nur auf das Symptom.

Wir versuchen herauszufinden, welches emotionale Muster dahinterliegen könnte und wodurch es aufrechterhalten wird.

Dabei können in Hypnose Gefühle, innere Bilder oder Erinnerungen auftauchen.

Wichtig ist allerdings:

Erinnerungen, die während einer Hypnose auftauchen, müssen nicht automatisch eine objektiv exakte Wiedergabe vergangener Ereignisse sein.

Für meine therapeutische Arbeit ist vor allem entscheidend, welche Gefühle und Bedeutungen damit verbunden sind und wie diese das heutige Erleben beeinflussen.

Vielleicht ist dein Körper nicht das Problem

Diesen Gedanken finde ich besonders wichtig.

Wenn dein Körper reagiert, heißt das nicht automatisch, dass „alles nur psychisch“ ist.

Und es bedeutet erst recht nicht, dass du dir deine Beschwerden einbildest.

Eine Stressreaktion ist körperlich real.

Herzklopfen ist real.

Ein verspannter Nacken ist real.

Magenprobleme sind real.

Schlafprobleme sind real.

Die spannende Frage lautet deshalb manchmal nicht nur:

„Wie bekomme ich dieses Symptom weg?“

Sondern:

„Warum reagiert mein System überhaupt immer wieder so?“

Vielleicht versucht dein Körper nicht, dich zu ärgern.

Vielleicht reagiert er einfach auf etwas, das dein Unterbewusstsein noch immer als Belastung oder Gefahr einordnet.

Und genau dort kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen.

Möchtest du herausfinden, was hinter deinem Stress steckt?

Wenn du merkst, dass dein Körper immer wieder auf bestimmte Situationen reagiert, du ständig unter innerer Anspannung stehst oder das Gefühl hast, mit Entspannung allein nicht an die eigentliche Ursache zu kommen, können wir uns dein Thema gemeinsam anschauen.

In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir, worum es bei dir geht und ob meine Arbeit mit analytischer Hypnose für dein Thema infrage kommt.

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Markus Bosse, zertifizierter Hypnosetherapeut & Coach

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Über den Autor

Markus Bosse ist Hypnosetherapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie. Seit über 10 Jahren hilft er Menschen im gesamten deutschsprachigen Raum, emotionale Belastungen wie Stress, Ängste, innere Unruhe und negative Gewohnheiten nachhaltig zu lösen. 

 

Sein Ansatz: Ursachenorientierte Hypnose, die direkt im Unterbewusstsein ansetzt für echte Transformation statt kurzfristiger Effekte.